Website erstellen lassen: Ablauf und Beauftragung
Eine Website erstellen lassen ist sinnvoll, wenn Sie Aufbau und Technik abgeben möchten. Vor der Beauftragung sollten vier Dinge feststehen: der Seitenumfang, die Verantwortung für Texte und Fotos, die laufenden Kosten und die Zugänge, die Sie bei der Übergabe erhalten. So lässt sich ein Angebot prüfen, bevor Sie sich binden.
- Merkblatt
- 12
- Thema
- Website planen und erstellen
- Veröffentlicht
- 9. Oktober 2026
- Lesezeit
- 9 Min.
von Lukas Lavicka

Inhaltsverzeichnis
01
Auf einen Blick
Dieser Ratgeber führt von der Vorbereitung bis zur Übergabe. Eine ausführliche Einordnung der Preise finden Sie im Kostenratgeber für Handwerksbetriebe.
02
Wann sollten Sie eine Website erstellen lassen?
Eine Website erstellen lassen lohnt sich, wenn über die Seite Anfragen, Termine oder Bestellungen laufen sollen und Ihre eigene Arbeitszeit dafür nicht frei ist. Für eine Seite mit Adresse, Öffnungszeiten und Telefonnummer kann ein Baukasten genügen, wenn Sie Aufbau und Pflege selbst übernehmen möchten.
Die Entscheidung wird greifbarer, wenn Sie sie an Bedingungen hängen. Wenn Sie planen, Inhalte mehrmals im Monat selbst zu ändern, brauchen Sie ein System, das Sie bedienen können, und eine Einweisung dafür. Wenn Formulare in Ihre Angebotsabläufe oder in eine Terminsoftware greifen sollen, müssen die benötigten Funktionen und Schnittstellen im Angebot stehen.
Selbst bauen ist nicht kostenlos, sondern verschiebt den Aufwand. Sie zahlen mit Einarbeitungszeit, mit dem Schreiben der Texte, mit der Bildauswahl und mit der Verantwortung für Rechtstexte und Updates. Rechnen Sie diese Stunden gegen ein Honorar, bevor Sie sich für eine Variante entscheiden.
03
Was kostet es, eine Website erstellen zu lassen?
Zum Preis tragen Gestaltung, Umfang, Funktionen und die Erstellung der Inhalte bei. Zwei Seiten mit demselben Design können sich im Preis stark unterscheiden, wenn die eine zehn Unterseiten hat und die andere einen Shop mit Zahlungsanbindung.
Diese Punkte gehören in die Kalkulation:
- Anzahl der Unterseiten und wie viele davon ein eigenes Layout brauchen
- Funktionen wie Shop, Terminbuchung, Mehrsprachigkeit, Stellenportal oder Formulare mit Anbindung an andere Software
- Inhalte: ob Sie Texte und Fotos liefern oder ob beides erstellt werden muss
- Design: angepasste Vorlage oder individuell entworfene Seitenvorlagen
- Technik: Auswahl des CMS und Übernahme von Inhalten aus einer alten Seite
- Rechtliche und technische Anforderungen: passende Rechtstexte, gegebenenfalls Einwilligungsverwaltung sowie zugängliche Bedienung
Ein CMS (Content-Management-System) ist eine Software, mit der Sie Texte und Bilder Ihrer Website ohne Programmierkenntnisse selbst ändern. Die Wahl des CMS wirkt sich auf den Preis aus, weil sie bestimmt, wie viel Arbeit Anpassungen später kosten und wie leicht Sie den Anbieter wechseln können.
Trennen Sie bei jedem Angebot Einmalkosten und laufende Kosten. Einmalig fallen etwa Konzept, Design, Umsetzung und Inhalte an. Wiederkehrende Posten können Domain, Hosting, Wartung und Lizenzen sein. Bei meinBetrieb online kosten die Website-Pakete einmalig 800 Euro (Visitenkarte) oder 1.200 Euro (Werkzeugkoffer), jeweils Endpreise. Hosting und Domain sind separat, über meinBetrieb online ab 15 Euro monatlich. Ein Wartungspaket ist optional ab 49 Euro monatlich buchbar. [Quelle: aktuelle Preisliste und FAQ, geprüft am 9. Oktober 2026.]
04
Baukasten, Freelancer oder Dienstleister: Wer baut Ihre Website?
Für kleine Betriebe kommen verschiedene Wege infrage. Die Bezeichnung Freelancer oder Agentur sagt allein noch nichts über Qualität, Vertretung oder Leistungsumfang aus. Die folgende Tabelle vergleicht sie nach den Kriterien, die im Alltag nach dem Livegang zählen.
| Kriterium | Baukasten selbst gebaut | Freelancer | Agentur oder Dienstleister |
|---|---|---|---|
| Ihre Aufgaben | Struktur, Texte und Aufbau selbst erledigen | Umfang der Zuarbeit vereinbaren | Umfang der Zuarbeit vereinbaren |
| Besondere Funktionen | Verfügbare Bausteine und Schnittstellen prüfen | Technischen Schwerpunkt prüfen | Benötigte Fachkenntnisse im Team prüfen |
| Ansprechpartner bei Störungen | Tarif und Supportzeiten prüfen | Erreichbarkeit und Vertretung vereinbaren | Zuständigkeit und Reaktionszeiten vereinbaren |
| Laufende Kosten | Tarif, Domain und Zusatzfunktionen | Hosting, Lizenzen und vereinbarte Pflege | Hosting, Lizenzen und vereinbarte Pflege |
| Anbieterwechsel | Exportmöglichkeiten vorab prüfen | System, Lizenzen und Übergabe vereinbaren | System, Lizenzen und Übergabe vereinbaren |
| Passt, wenn | Sie Zeit für Aufbau und Pflege haben | die Person den benötigten Umfang abdeckt | mehrere Aufgaben koordiniert werden sollen |
Prüfen Sie bei Baukästen vor dem Start, ob Sie Ihre Inhalte exportieren können. Klären Sie, ob Texte, Bilder, Gestaltung und Funktionen mitgenommen werden können und welche davon beim Umzug neu aufgebaut werden müssen.
05
Wie läuft ein Website-Projekt ab?
Für die Beauftragung empfiehlt sich dieser Ablauf. Vereinbaren Sie, welche Zwischenergebnisse Sie prüfen und freigeben.
- Ziele und Zielgruppe festlegen: Was soll ein Besucher tun, anrufen, ein Formular ausfüllen, einen Termin buchen oder kaufen?
- Seitenstruktur entwerfen: Welche Seiten gibt es, wie heißen sie im Menü, welche Seite nimmt welche Suchanfrage auf?
- Inhalte sammeln: Texte, Fotos, Logo, Referenzen, Preisangaben und Rechtstexte zusammentragen.
- Design der Seitenvorlagen: meist Startseite plus je ein Muster für Leistungs-, Kontakt- und Inhaltsseiten.
- Umsetzung im vereinbarten System: Vorlagen bauen, Inhalte einpflegen, Formulare und Schnittstellen anbinden.
- Testen: Darstellung auf Mobilgeräten, Formularversand, Ladezeit, Verlinkungen und Pflichtangaben prüfen. Responsive Design ist eine Umsetzung, bei der sich das Layout automatisch an Bildschirmgrößen von Mobiltelefon bis Monitor anpasst.
- Livegang und Übergabe: Domain umstellen, Weiterleitungen setzen, Zugänge übergeben, Einweisung und Backup-Routine klären. Eine Domain ist die Adresse Ihrer Website, Hosting ist der Speicherplatz auf einem Server, über den die Seite erreichbar ist.
06
Was Sie vor dem ersten Gespräch zusammenstellen sollten
Für ein konkretes Angebot braucht der Dienstleister Angaben zum Betrieb. Stellen Sie diese Unterlagen zusammen und markieren Sie, was noch erstellt werden soll:
- Ziel der Website in einem Satz, zum Beispiel mehr Anfragen für eine bestimmte Leistung
- Liste Ihrer Leistungen oder Produkte, die eine eigene Seite bekommen sollen
- zwei oder drei Websites, die Ihnen gefallen, jeweils mit einer kurzen Begründung
- vorhandene Texte, Fotos und das Logo, am besten in Originaldateien
- Angaben zu Domain- und Hosting-Anbieter, falls eine Seite besteht; benötigte Zugänge erst gezielt und sicher freigeben
- Ihr Budgetrahmen und ein Wunschtermin, etwa ein Messe- oder Saisonstart
Nennen Sie den Budgetrahmen offen. Wenn ein Dienstleister weiß, welcher Betrag zur Verfügung steht, kann er Umfang und Funktionen darauf zuschneiden, statt ein Angebot zu schreiben, das Sie ablehnen müssen.
07
Woran Sie ein belastbares Angebot erkennen
Belastbar ist ein Angebot, das Leistungsumfang, Mitwirkung und die Zeit nach dem Livegang benennt. Fehlen Seitenzahl, Korrekturrunden oder die Verantwortung für Inhalte, lassen Sie diese Punkte vor Auftragserteilung ergänzen.
Fragen Sie diese sechs Punkte ab:
- Welche Seitenanzahl und wie viele Korrekturrunden sind enthalten?
- Welches CMS wird eingesetzt und können Sie Inhalte selbst pflegen?
- Wer ist Inhaber von Domain, Hosting-Vertrag und Website-Daten, und welche Nutzungsrechte erhalten Sie an Design und Bildern?
- Wer schreibt die Texte, und was passiert, wenn Inhalte von Ihnen fehlen?
- Was ist nach dem Livegang abgedeckt, also Updates, Sicherheitslücken, Backups und Erreichbarkeit bei Ausfällen?
- Wie werden Datenschutzvorgaben und barrierefreie Bedienung umgesetzt?
Lassen Sie Ihren Betrieb als Domaininhaber eintragen. Klären Sie zusätzlich, wer den Hosting-Vertrag hält, wer Zugriff erhält und wie Dateien, Inhalte und gegebenenfalls Datenbank übergeben werden. Bei Fremdlizenzen muss feststehen, ob sie übertragbar sind. Ein Login allein ersetzt diese Vereinbarungen nicht.
08
Welche Fehler verteuern das Projekt?
Fehlende Inhalte und unklare Freigaben können zusätzliche Arbeit auslösen. Wird etwa ein längerer Leistungstext erst nach dem Design geliefert, muss der Seitenaufbau möglicherweise angepasst werden.
Prüfen Sie diese möglichen Ursachen für Mehraufwand:
- Inhalte fehlen: Das Projekt steht still, obwohl die Technik fertig ist.
- Zu viele Entscheider ohne klare Zuständigkeit: Rückmeldungen können sich widersprechen und zusätzliche Korrekturrunden erfordern.
- Funktionen kommen nachträglich dazu: Shop, Buchung oder zweite Sprache verändern die Struktur und nicht nur eine Seite.
- Umzug ohne Weiterleitungen: Eine Weiterleitung ist eine technische Anweisung, die Besucher und Suchmaschinen von einer alten auf eine neue Adresse schickt. Ändern sich URLs, sollten alte Adressen direkt auf die passenden neuen Ziele weiterleiten. [Quelle: Google zu Websiteumzügen, geprüft am 9. Oktober 2026.]
Benennen Sie zu Projektbeginn eine Person, die Entwürfe freigibt. Sammeln Sie Rückmeldungen über diese Person und klären Sie widersprüchliche Wünsche vor der Weitergabe.
09
So gehen Sie jetzt vor
Starten Sie mit der Struktur und den Inhalten, nicht mit der Anbieterwahl. Damit können Sie Angebote vergleichen, weil alle Anbieter denselben Umfang kalkulieren.
- Schreiben Sie das Ziel Ihrer Website und die gewünschte Handlung der Besucher in zwei Sätzen auf.
- Listen Sie die geplanten Seiten mit Arbeitstiteln, von der Startseite bis zum Impressum.
- Sammeln Sie vorhandene Texte, Fotos und das Logo in einem Ordner und markieren Sie, was fehlt.
- Holen Sie zwei bis drei Angebote auf Basis dieser Liste ein und fragen Sie die sechs Punkte aus dem Abschnitt zum Angebot ab.
- Klären Sie vor der Beauftragung schriftlich, wer Domain und Hosting hält und was die laufende Betreuung umfasst.
Bei meinBetrieb online umfasst die Visitenkarte eine Seite. Der Werkzeugkoffer enthält fünf bis sieben Seiten, Texterstellung und die vollständige Einrichtung des Google-Unternehmensprofils; bei der Visitenkarte wird das Profil verknüpft. Ein eigener Karrierebereich, ein Blog und weitere Zusatzleistungen werden gesondert vereinbart. Die aktuelle Paketübersicht nennt den Leistungsumfang. Fragen Sie bei jedem Anbieter auch nach dem konkreten Bearbeitungsweg für spätere Änderungen, statt ein bestimmtes CMS vorauszusetzen. [Quelle: eigene Preisliste, geprüft am 9. Oktober 2026.]
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Häufige Fragen
Wie lange dauert es, eine Website erstellen zu lassen?
Die Dauer hängt von Umfang, Funktionen, Inhalten und Freigaben ab. meinBetrieb online nennt für die Website-Pakete rund sieben Tage ab Vorliegen aller Inhalte. Der Beginn und mögliche Zusatzleistungen werden im Angebot festgehalten. [Quelle: Preisliste, geprüft am 9. Oktober 2026.]
Kann ich meine Website später selbst bearbeiten?
Texte, Bilder und neue Unterseiten können Sie selbst pflegen, wenn die Seite in einem CMS umgesetzt ist und Sie eine Einweisung erhalten haben. Layoutänderungen und neue Funktionen bleiben meist Aufgabe des Dienstleisters. Klären Sie vor der Beauftragung, welche Bereiche für Sie freigegeben sind.
Brauche ich für eine neue Website eine neue Domain?
In der Regel nein, eine bestehende Domain lässt sich auf die neue Website umstellen, sodass Kunden ihre bekannte Adresse weiterverwenden können. Ein Domainwechsel kann etwa bei einer Umbenennung sinnvoll sein, sollte aber gesondert geplant werden. Bei einem Wechsel sollten alle alten Adressen per Weiterleitung auf die passenden neuen Seiten zeigen.
Was passiert mit meiner Website, wenn ich den Anbieter wechsle?
Ein Wechsel lässt sich vorbereiten, wenn Domainrechte, Zugänge, Dateien, Inhalte und Lizenzen geklärt sind. Bei einem geschlossenen Baukasten kann ein Neuaufbau erforderlich sein. Fragen Sie vor der Beauftragung, in welcher Form Sie Daten und Zugänge erhalten und welcher Aufwand für den Umzug entsteht.
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Fazit
Der Preis einer beauftragten Website ergibt sich aus Seitenumfang, Funktionen und der Frage, wer Texte und Bilder liefert, nicht aus dem Design allein. Vergleichbar werden Angebote erst, wenn Sie Ziel, Seitenstruktur und vorhandene Inhalte vorher festhalten. Prüfen Sie zusätzlich, wer Domain und Hosting hält und was nach dem Livegang an Updates und Sicherung abgedeckt ist, denn diese Punkte entscheiden über die Kosten der nächsten Jahre.
Wenn Sie die Umsetzung abgeben möchten: Webdesign fürs Handwerk ansehen oder ein kostenloses Erstgespräch vereinbaren.
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