Website-Angebote vergleichen: Checkliste für Betriebe
Website-Angebote vergleichen Sie am besten anhand desselben Leistungsumfangs. Ein Preis für „eine Website“ sagt wenig, solange Seitenzahl, Texte, Fotos, Rechte und Pflege offenbleiben. Schreiben Sie diese Punkte neben jedes Angebot und markieren Sie, was enthalten ist, was zusätzlich kostet und was Sie selbst übernehmen.
- Merkblatt
- 11
- Thema
- Website planen und erstellen
- Veröffentlicht
- 9. Oktober 2026
- Lesezeit
- 10 Min.
von Lukas Lavicka

Inhaltsverzeichnis
01
Auf einen Blick
Dieser Angebotscheck hilft bei der Auswahl und vor der Unterschrift. Den vollständigen Projektablauf beschreibt der Ratgeber Website erstellen lassen; die Preisbestandteile erklärt der Kostenratgeber für Handwerksbetriebe.
02
Was sollen die Angebote überhaupt abdecken?
Notieren Sie zuerst, was die Website ermöglichen soll: Anfragen, Bewerbungen, Bestellungen oder das Nachschlagen Ihrer Kontaktdaten. Ein Angebot für eine einzelne Informationsseite lässt sich nicht mit einem Shop oder einer mehrsprachigen Website vergleichen. Wenn Sie den Eigenbau erwägen, nehmen Sie ihn als zusätzliche Variante in den Vergleich auf.
Beschreiben Sie auch die Aufgaben hinter der Gestaltung: Wer legt die Struktur fest? Wer schreibt die Leistungsseiten? Wer prüft den Formularversand? Eine Schriftprobe ersetzt keine Antwort auf diese Fragen.
Rechnen Sie den Eigenbau mit Ihrer eigenen Arbeitszeit. Verwenden Sie die Formel: geschätzte Stunden für Einarbeitung, Texte und Aufbau mal Ihr interner Stundensatz, zuzüglich der laufenden Gebühren. Die eingesetzten Stunden sind Ihre Planung, keine allgemeine Vorgabe. Ergänzen Sie den Aufwand für spätere Änderungen und Pflege.
03
Einmalpreis und Folgekosten getrennt vergleichen
Teilen Sie den Vergleich in Erstellung, laufenden Betrieb und spätere Änderungen. Als konkretes Angebot nennt meinBetrieb online 800 Euro für die Visitenkarte und 1.200 Euro für den Werkzeugkoffer, jeweils einmalige Endpreise. Hosting und Domain kosten darüber separat ab 15 Euro im Monat; Wartung ist optional ab 49 Euro monatlich buchbar. Vergleichen Sie diese Beträge nur mit Angeboten, die denselben Umfang enthalten. [Quelle: eigene Preisliste und FAQ, geprüft am 9. Oktober 2026.]
Prüfen Sie insbesondere diese Positionen:
- Anzahl der Unterseiten und wie unterschiedlich sie aufgebaut sind
- Herkunft der Texte, also ob Sie liefern oder der Dienstleister schreibt
- Fotos: vorhandenes Material, Bildlizenzen oder ein gesonderter Fototermin
- Funktionen wie Online-Buchung, Shop, Kundenbereich oder zweite Sprache
- Umfang der Datenübernahme aus einer bestehenden Seite
Zu den laufenden Kosten gehören Hosting, Domain und Pflege. Hosting ist der gemietete Speicherplatz auf einem Server, über den Ihre Seite im Internet erreichbar ist. Eine Domain ist die Adresse, die Besucher eintippen, zum Beispiel ein Name mit der Endung .de. Welche Updates, Datensicherungen und inhaltlichen Änderungen zur Pflege gehören, muss im Angebot stehen.
Wenn ein Angebot nur einen einmaligen Preis nennt und zu Hosting, Updates und Änderungen schweigt, fehlen Ihnen die Kosten der nächsten Jahre. Fragen Sie den jährlichen Betrag ausdrücklich ab, bevor Sie Angebote vergleichen.
04
Welche Leistungen gehören in ein vollständiges Angebot?
Ein prüfbares Angebot benennt Gestaltung, Technik, Inhalte, Suchmaschinen-Grundlagen, Übergabe und Rechte oder schließt einzelne Leistungen ausdrücklich aus. Je genauer die Positionen benannt sind, desto besser lassen sich zwei Angebote überhaupt vergleichen.
Achten Sie darauf, dass die folgenden Punkte ausdrücklich genannt sind:
- Briefing und Zielsetzung, also für wen die Seite welche Aufgabe erfüllt
- Seitenstruktur und Navigation als abgestimmte Liste aller Unterseiten
- Vereinbarte Designentwürfe und Zahl der Korrekturrunden, passend zum Seitenumfang
- Responsive Umsetzung, denn responsives Design ist eine Darstellung, die sich automatisch an Smartphone, Tablet und Desktop anpasst
- Grundlagen für Suchmaschinen: Seitentitel, Meta-Beschreibungen, sprechende Adressen, interne Verlinkung
- Zuständigkeit für Impressum, Datenschutzerklärung und Prüfung der tatsächlich eingesetzten Dienste
- Übergabe der Zugänge zum Redaktionssystem und eine kurze Einweisung
- Nutzungsrechte an Design, Code und Bildern sowie Laufzeit, Übertragbarkeit und Grenzen von Fremdlizenzen
Ein Redaktionssystem, meist CMS genannt, ist eine Oberfläche, in der Sie Texte und Bilder selbst ändern können, ohne Programmierkenntnisse. Ohne eine vereinbarte Bearbeitungsmöglichkeit können spätere Änderungen die Hilfe des Dienstleisters erfordern. Klären Sie deshalb vorab, welche Änderungen Sie selbst vornehmen wollen.
05
Welche Freigaben und Termine stehen im Angebot?
Lassen Sie die Meilensteine und Ihre Mitwirkung festhalten. Folgende Abfolge eignet sich als Checkliste; wie viele Freigaben nötig sind, hängt vom Projekt ab.
- Briefing: Sie beschreiben Zielgruppe, Angebot, Wettbewerb und die Aktion, die ein Besucher ausführen soll.
- Struktur: Der Dienstleister legt den Seitenbaum fest, also welche Unterseiten es gibt und wie die Navigation sie ordnet.
- Inhalte: Texte, Bilder und Daten werden gesammelt oder erstellt. Halten Sie fest, welche Materialien zu welchem Termin vorliegen sollen.
- Design: Sie erhalten Entwürfe für die wichtigsten Seitentypen und geben Rückmeldung in einer gebündelten Runde statt in einzelnen Mails.
- Umsetzung: Die Seite entsteht in einer Testumgebung, also einer Vorschauversion mit eigener Adresse und vereinbartem Zugriffsschutz.
- Prüfung: Sie kontrollieren Texte, Formulare, Darstellung auf dem Smartphone und Ladezeit. Ladezeit ist die Dauer, bis eine Seite für den Besucher nutzbar ist.
- Veröffentlichung und Übergabe: Die Seite geht auf die echte Domain, Sie erhalten alle Zugänge und eine Einweisung.
Planen Sie Ihre Freigaben als Termine ein. Vereinbaren Sie, wie sich verspätete Rückmeldungen oder nachträgliche Zusatzwünsche auf den Starttermin und den Preis auswirken. Damit ist der Umgang mit Änderungen vorab geklärt.
06
Baukasten, Freelancer oder Agentur: Was passt zu Ihrem Betrieb?
Die Wahl hängt davon ab, wie viel eigene Zeit Sie einbringen können und wie individuell die Seite sein muss. Ein Baukasten ist ein Online-Werkzeug, mit dem Sie eine Seite aus fertigen Vorlagen selbst zusammensetzen.
| Prüffrage | Baukasten selbst gebaut | Freelancer | Agentur |
|---|---|---|---|
| Wer liefert Struktur und Texte? | Eigenleistung einplanen | Leistungsumfang prüfen | Leistungsumfang prüfen |
| Was kostet das erste Jahr? | Tarif, Domain, Zusatzfunktionen und eigene Zeit | Erstellung, Betrieb und eigene Zuarbeit | Erstellung, Betrieb und eigene Zuarbeit |
| Sind Shop oder Buchung möglich? | Bausteine und Schnittstellen prüfen | Spezialisierung und Funktionsumfang prüfen | Zuständige Fachrollen und Funktionsumfang prüfen |
| Wer hilft bei Ausfällen? | Supportzeiten und Tarif prüfen | Vertretung vereinbaren | Vertretung und Reaktionszeit vereinbaren |
| Wer pflegt Inhalte und Technik? | Aufgaben zwischen Ihnen und Plattform klären | Gesondert vereinbaren | Gesondert vereinbaren |
| Was erhalten Sie beim Wechsel? | Export und Domainumzug prüfen | Daten, Rechte und Zugänge vereinbaren | Daten, Rechte und Zugänge vereinbaren |
Eine niedrige Einstiegsgebühr ist für sich genommen noch kein Kostenvergleich. Addieren Sie eigene Arbeitszeit, laufende Gebühren und benötigte Zusatzfunktionen. Bei einer Website mit Bestell- oder Buchungsfunktion prüfen Sie außerdem, wer im Störungsfall erreichbar ist.
07
Was Sie als Auftraggeber vorbereiten sollten
Ihre Angaben bilden die Grundlage für das Angebot. Fachliche Aussagen über Ihren Betrieb müssen von Ihnen stammen oder mit Ihnen geprüft werden. Sammeln Sie die Unterlagen vor dem ersten Termin, nicht während der Umsetzung.
Dazu gehören eine Liste Ihrer Leistungen mit je zwei Sätzen Erklärung, die häufigsten Kundenfragen aus dem Alltag, Logo und Bilder in Originalauflösung sowie Zugänge zu Domain und bestehendem Hosting. Halten Sie außerdem fest, welche Kennzahlen oder Referenzen genannt werden dürfen, damit später keine Angaben ohne Grundlage auf der Seite stehen.
Legen Sie eine einzige verantwortliche Person für Rückmeldungen fest. Wenn Entwürfe parallel von mehreren Personen kommentiert werden, entstehen widersprüchliche Änderungswünsche und zusätzliche Runden. Ob diese enthalten sind oder zusätzlich kosten, muss im Angebot stehen.
Für das Impressum benötigen Sie die Angaben, die für Ihren Betrieb vorgeschrieben sind, etwa Name, Anschrift und Kontakt sowie je nach Rechtsform und Tätigkeit Registerdaten oder Aufsichtsbehörde. Die Datenschutzhinweise müssen zur Datenverarbeitung der Website passen; Angaben zu einem Datenschutzbeauftragten sind nur aufzunehmen, wenn einschlägig. [Quellen: § 5 DDG, Art. 13 DSGVO, geprüft am 9. Oktober 2026.]
08
Woran erkennen Sie ein schwaches Angebot?
Ein schwaches Angebot erkennen Sie daran, dass es Ergebnisse verspricht, aber Leistungen offenlässt. Prüfen Sie jedes Angebot auf die folgenden Warnsignale, bevor Sie unterschreiben.
Ein Pauschalpreis ohne Leistungsbeschreibung lässt offen, was Sie erhalten und welche Wünsche zusätzlich kosten. Ebenso kritisch ist eine Domain, die auf den Dienstleister statt auf Ihren Betrieb registriert wird, weil dadurch zusätzliche Abhängigkeiten beim Wechsel entstehen können.
Versprechen auf einen festen Platz in den Suchergebnissen sind nicht einlösbar, weil die Reihenfolge von Suchmaschinen und nicht von Dienstleistern bestimmt wird. Seriöse Angebote nennen stattdessen überprüfbare Maßnahmen wie Seitentitel, Struktur, Ladezeit und Inhalte zu bestimmten Suchbegriffen.
Fragen Sie zusätzlich nach drei Punkten, die oft fehlen: Wer besitzt nach der Abnahme die Nutzungsrechte, wie lange ist eine Fehlerbehebung nach dem Start enthalten, und was kostet eine zusätzliche Unterseite später. Lassen Sie diese Punkte schriftlich in das Angebot aufnehmen.
09
So vergleichen Sie Ihre Website-Angebote
Legen Sie die Angebote nebeneinander und verwenden Sie für alle dieselbe Checkliste:
- Schreiben Sie auf einer Seite auf, welche Aktion ein Besucher ausführen soll, zum Beispiel Anfrage über ein Formular, Anruf oder Terminbuchung.
- Legen Sie die gewünschten Unterseiten als Liste fest und markieren Sie, für welche Sie Texte selbst liefern.
- Holen Sie Angebote mit identischer Aufgabenbeschreibung ein und verlangen Sie getrennte Posten für Einmal- und Jahreskosten. Wenn Sie Angebote von meinBetrieb online und anderen Anbietern nebeneinander legen, vergleichen Sie zuerst den Leistungsumfang und erst danach die Summe.
- Lassen Sie sich Arbeitsbeispiele zeigen und prüfen Sie diese auf dem Smartphone. Fragen Sie, ob es Kundenprojekte oder Demonstrationen sind. Bei meinBetrieb online ist das SHK-Beispiel ausdrücklich als Demoprojekt gekennzeichnet.
- Vereinbaren Sie schriftlich Termine für Freigaben, den Starttermin, die Nutzungsrechte und die Pflege nach dem Start.
Notieren Sie vor dem Start die bisherigen Anfragen und deren Herkunft. Nach der Veröffentlichung können Sie Entwicklung und Qualität vergleichen. Ein Vorher-Nachher-Vergleich allein beweist keine Wirkung der neuen Website; Saison, Werbung und andere Veränderungen können ebenfalls eine Rolle spielen.
10
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis die neue Webseite online ist?
Der Zeitrahmen hängt von Seitenumfang, Funktionen, Inhalten und Freigaben ab. meinBetrieb online nennt für die Website-Pakete rund sieben Tage ab Vorliegen aller Inhalte. Lassen Sie sich Beginn, Voraussetzungen und Umgang mit Zusatzwünschen schriftlich bestätigen. [Quelle: Preisliste, geprüft am 9. Oktober 2026.]
Kann ich meine bestehende Domain behalten?
Ihre bestehende Domain können Sie in der Regel behalten und auf die neue Webseite umziehen lassen. Bei einem Wechsel des Domainanbieters ist je nach Domain ein Transferverfahren erforderlich. Bleibt der Anbieter gleich, genügt häufig eine Anpassung der technischen Zuordnung; achten Sie dabei auch auf bestehende E-Mail-Konten. Behalten Sie die Domain im eigenen Namen, damit Sie unabhängig vom Dienstleister bleiben.
Wem gehört die Webseite nach der Abnahme?
Ihnen gehören nach der Abnahme die Nutzungsrechte an allen vereinbarten Bestandteilen, sofern das im Vertrag so steht. Lizenzierte Bausteine wie Stockfotos oder gekaufte Erweiterungen bleiben dagegen an die Lizenzbedingungen gebunden. Lassen Sie sich deshalb schriftlich geben, welche Teile Sie frei weiterverwenden dürfen.
Was passiert, wenn ich später Texte selbst ändern möchte?
Texte und Bilder können Sie selbst ändern, wenn die Seite auf einem Redaktionssystem läuft und Sie die Zugänge erhalten haben. Verlangen Sie bei der Übergabe eine kurze Einweisung und eine knappe Anleitung für die wiederkehrenden Aufgaben. Strukturelle Änderungen wie neue Seitentypen bleiben in der Regel Aufgabe des Dienstleisters.
11
Fazit
Ob Sie eine Webseite beauftragen oder selbst bauen, ist vor allem eine Frage von Arbeitszeit, Anspruch und Risiko bei einem Ausfall. Entscheidend für ein gutes Ergebnis ist nicht der niedrigste Preis, sondern ein Angebot, das Struktur, Inhalte, Rechte, Übergabe und laufende Kosten einzeln benennt.
Bereiten Sie Leistungsliste, Bilder, Zugänge und Rechtsangaben vor, holen Sie vergleichbare Angebote ein und halten Sie Freigabetermine ein. Notieren Sie außerdem Ihren aktuellen Anfragestand, damit Sie die Entwicklung nach dem Start beurteilen können.
Die Paketübersicht von meinBetrieb online nennt den enthaltenen Umfang. Offene Anforderungen können Sie vor der Beauftragung in einem kostenlosen Erstgespräch klären.
Passend zu diesem Thema
Ihre Website: Umfang und Festpreis klären
Im kostenlosen Erstgespräch besprechen wir Ihre Leistungen, Inhalte und den passenden Umfang. Sie erfahren, was enthalten ist und welche Zusatzkosten anfallen.
Kostenloses Erstgespräch vereinbaren

