Neue Website prüfen: Die Übergabe-Checkliste für Handwerksbetriebe
Prüfen Sie vor der Übergabe Ihrer neuen Website nicht nur das Aussehen. Die Inhalte müssen vollständig sein, Kontaktwege funktionieren und Zugänge sowie Zuständigkeiten geklärt sein. Testen Sie dafür konkrete Aufgaben auf der veröffentlichten Website, gemeinsam mit der Person, die sie erstellt hat.
- Merkblatt
- 17
- Thema
- Website planen und erstellen
- Veröffentlicht
- 10. Oktober 2026
- Aktualisiert
- 10. Oktober 2026
- Lesezeit
- 6 Min.
von Lukas Lavicka

Inhaltsverzeichnis
01
Auf einen Blick
Diese Checkliste unterstützt die technische und inhaltliche Übergabe. Sie legt keine rechtliche Abnahme Ihres Werkvertrags fest. Welche vertraglichen Erklärungen erforderlich sind, ist gesondert zu klären.
02
Legen Sie vor dem Test den vereinbarten Umfang daneben
Nehmen Sie Angebot, Seitenliste und bisherige Website zur Hand. So prüfen Sie gegen das Vereinbarte und nicht nur gegen Ihren ersten Eindruck.
Bei einer Erneuerung gehören bestehende Texte, Projektbilder, Galerien, Downloads und Funktionen in diesen Abgleich. Klicken Sie auch Bilder zur Vergrößerung an und schauen Sie sich Slider oder ausklappbare Abschnitte an. Eine Bilddatei im System genügt nicht, wenn die entsprechende Arbeit auf der neuen Website nicht mehr erkennbar gezeigt wird.
Notieren Sie für jeden offenen Punkt die betroffene Seite, das beobachtete Verhalten und den gewünschten Zustand. „Kontaktformular sendet, aber im vereinbarten Postfach kommt keine Nachricht an“ ist für die Korrektur brauchbarer als „Kontakt geht nicht“.
03
Inhalte: Stimmt das, was Ihr Betrieb anbietet?
Lesen Sie Leistungen, Einsatzgebiet und Kontaktdaten aus Sicht eines neuen Kunden. Sind alle angebotenen Leistungen korrekt beschrieben? Stehen Einschränkungen oder Voraussetzungen dort, wo sie gebraucht werden? Stimmen Öffnungszeiten und eine gegebenenfalls beworbene Notdienst-Erreichbarkeit?
Prüfen Sie Namen, Qualifikationen, Preise und Referenzen gegen bestätigte Angaben. Entfernen Sie keine fachlichen Inhalte nur deshalb, weil sie im neuen Entwurf unbequem unterzubringen sind. Bei einer Umstrukturierung braucht jeder relevante Inhalt einen passenden Platz.
Auch Downloads gehören in den Test: Öffnet sich die richtige, aktuelle Datei? Ist sie eindeutig bezeichnet? Sind frühere Inhalte bewusst überarbeitet oder versehentlich verschwunden?
04
Handy: Eine echte Anfrage durchspielen
Öffnen Sie die Seite auf einem Smartphone und suchen Sie eine wichtige Leistung. Lesen Sie den Text, öffnen Sie das Menü und gehen Sie bis zur Kontaktmöglichkeit. Prüfen Sie zusätzlich eine größere Bildschirmansicht.
Achten Sie darauf, ob Texte ohne ständiges Vergrößern lesbar sind, Inhalte seitlich abgeschnitten werden oder Elemente andere Informationen verdecken. Tabellen, Bildergalerien und Cookie-Einstellungen verdienen dabei einen eigenen Blick.
Testen Sie die wichtigsten Bedienelemente auch mit der Tastatur am Computer. Kann man Links und Formularfelder erreichen und erkennen, wo man sich gerade befindet? Ein einzelner Test ersetzt keine vollständige Prüfung der Barrierefreiheit, zeigt aber konkrete Bedienprobleme.
05
Kontakt: Bis zum Eingang der Nachricht prüfen
Tippen Sie den Telefonlink an und vergleichen Sie die aufgerufene Nummer mit der sichtbaren Nummer. Öffnen Sie den E-Mail-Link und prüfen Sie den Empfänger.
Senden Sie anschließend eine klar als Test gekennzeichnete Formularnachricht. Verwenden Sie dafür keine unnötigen personenbezogenen Daten. Kontrollieren Sie gemeinsam mit dem Betrieb den Eingang im vorgesehenen Postfach und, falls vorhanden, die Bestätigung an den Absender.
Prüfen Sie außerdem die Fehlerfälle: Was passiert, wenn eine Pflichtangabe fehlt? Bleiben die bereits eingegebenen Informationen erhalten? Ist die Fehlermeldung verständlich? Bei einem vorgesehenen Datei-Upload gehören eine zulässige und eine unzulässige Testdatei zum vereinbarten Funktionscheck.
Eine Erfolgsmeldung auf der Website allein belegt nicht, dass die Nachricht beim richtigen Empfänger angekommen ist.
06
Alte Adressen, Suche und Weiterleitungen
Lassen Sie sich bei einem Relaunch eine Liste alter und neuer Seitenadressen geben. Testen Sie wichtige alte Links, beispielsweise aus Suchergebnissen, Verzeichnissen oder gespeicherten Lesezeichen. Am Ende sollte die passende neue Information stehen.
Google empfiehlt bei geänderten URLs eine Zuordnung der alten zu den neuen Adressen und passende Weiterleitungen. Nicht mehr vorhandene Inhalte brauchen eine eigene Entscheidung; sämtliche alten Seiten pauschal auf die Startseite umzuleiten, ist keine sachgerechte Ersatzlösung. Google: Websiteverschiebungen.
Bitten Sie die Website-Betreuung außerdem zu prüfen, dass keine unbeabsichtigte Veröffentlichungssperre aus der Entwicklungsphase übrig bleibt. Prüfen Sie HTTPS, die gewünschte Hauptadresse und die wichtigsten Seiten. „Technisch für die Indexierung erreichbar“ und „bereits bei Google indexiert“ sind verschiedene Zustände. Google: URL-Prüftool.
Den größeren Ablauf erklärt der Beitrag zum Website-Relaunch.
07
Zugänge, Dateien und laufende Kosten übergeben
Lassen Sie sich zeigen, auf welche Konten Ihr Betrieb Zugriff braucht. Dazu können Domainverwaltung, Hosting, Website-Verwaltung, E-Mail, Google-Unternehmensprofil und Search Console gehören. Nicht jedes Projekt nutzt dieselben Systeme.
Halten Sie fest, wer Vertragsinhaber ist, wer Rechnungen erhält und wer Berechtigungen verwaltet. Geben Sie Passwörter nicht in einer frei zugänglichen Projektliste weiter. Nutzen Sie eine geeignete sichere Übergabe und richten Sie eigene Konten oder Rollen ein, wo das System sie unterstützt.
Zur Übergabe gehören auch die vereinbarten Dateien, Originalbilder, Dokumentation und Informationen zu Lizenzen. Klären Sie, welche Bestandteile bei einem späteren Anbieterwechsel mitgenommen werden können und welche an einen Dienst gebunden sind.
Schreiben Sie laufende Kosten mit Anbieter und Verlängerungstermin auf. Erstellung, Hosting, Domain und optionale Pflege sind unterschiedliche Positionen. Die eigenen Pakete von meinBetrieb online sind in der Preisliste entsprechend beschrieben.
08
Datensicherung und Pflege nicht als offene Frage hinterlassen
Fragen Sie, was gesichert wird, wie oft und wer im Fehlerfall eine Wiederherstellung übernimmt. Eine Sicherung ist erst dann praktisch einschätzbar, wenn bekannt ist, welche Inhalte sie enthält und wie sie zurückgespielt werden kann.
Lassen Sie das Wiederherstellungsverfahren dokumentieren oder in einer geeigneten Testumgebung vorführen. Klären Sie getrennt, ob Postfächer und Formulareingänge mitgesichert werden. Eine Website-Sicherung enthält diese Daten nicht zwangsläufig.
Vereinbaren Sie außerdem, wer künftig Telefonnummern, Öffnungszeiten, Leistungen und Projektbilder aktualisiert. Wenn Sie selbst Inhalte ändern sollen, gehört eine kurze Einweisung mit einer tatsächlichen Änderung und ihrer Prüfung dazu.
09
Ein Übergabeprotokoll zum Kopieren
Die Tabelle ist eine technische Arbeitsvorlage. Ergänzen Sie die Prüfpunkte aus Ihrem konkreten Angebot.
| Prüfpunkt | Ergebnis / Beleg | Offen / zuständig | Erneut prüfen am |
|---|---|---|---|
| Inhalte, Bilder und Downloads vollständig sichtbar | |||
| Wichtige Seiten auf Handy und Computer bedienbar | |||
| Telefon- und E-Mail-Ziel stimmen | |||
| Formularnachricht im richtigen Postfach eingegangen | |||
| Alte URLs führen zum vorgesehenen Ziel | |||
| Veröffentlichung und Suchzugriff technisch geprüft | |||
| Zugänge, Dateien und Zuständigkeiten übergeben | |||
| Laufende Kosten und Sicherung erklärt |
Trennen Sie „erledigt“ von „noch offen“ und „nicht Bestandteil des Auftrags“. Lassen Sie bei Korrekturen festhalten, wann und wie sie nachgeprüft werden.
Wenn Sie eine neue Website planen, können Sie diese Liste bereits beim Vergleich von Website-Angeboten verwenden. Unter Webdesign fürs Handwerk finden Sie den Ablauf bei meinBetrieb online und den Kontakt für ein Erstgespräch.
Passend zu diesem Thema
Website und nächsten Schritt gemeinsam klären
Wir besprechen Ihre Leistungen, vorhandenen Inhalte und den passenden Umfang für Ihre Website.
Erstgespräch vereinbaren
